Von A – Z:
TOPCAT
Glossar

Von A bis Z und vom Aufbau bis zum Winterlager: finde hier viele Infos und nützliche Tipps & Tricks rund um Deinen TOPCAT und das Handling damit.

Wie setze ich den Gennaker? Wie stelle ich die Ruderanlage richtig ein? Was bedeutet Mastfall und wer ist überhaupt diese ITCA?
TOPCAT Glossar 
A
AUFBAU
Der Aufbau von einem TOPCAT erfolgt mit etwas Übung schnell, mühelos und in der Regel werkzeuglos. Mit wenigen Handgriffen werden die TOPCAT Rümpfe auf Vorder- und Achterholm gesteckt und mit dem Trampolin fest verschnürt. Auf dem Wasser werden die Kräfte des Riggs dazu genutzt eine extrem steife Rumpf-Holm-Verbindung herzustellen – ganz ohne bohren und schrauben. Wenn der Mast gestellt ist, wird die Ruderanlage an die Beschläge am Rumpf montiert. Fock und gegebenenfalls Gennaker werden gesetzt und nach hochziehen des Großsegels ist der Cat bereit abzulegen.

 
ACHTZIG-(80)-PUNKTE-CHECK
Du willst Deinen TOPCAT einmal richtig durchchecken. Dann geh am besten Punkt für Punkt mit unserem 80-Punkte-Check durch: 80-PUNKTE-CHECK
 
AUFRICHTEN
Da man in der Regel nur bei Wind kentert, ist dieser auch beim Aufrichten des Cats nach einer Kenterung hilfreich. Der Wind greift unter Mast und Segel und hilft das Boot aus dem Wasser zu heben. Das Boot sollte mit dem Bug im Wind stehen. Traveller und Schoten sind gelöst. Immer über den Bug auf den Schwimmer steigen!
Die richtige Technik hilft ausserdem: im Idealfall stehst Du genau auf dem Schwerpunkt vom Boot, kurz hinter/unter dem Vorderholm und verlagerst das ganze Gewicht so weit wie möglich nach hinten - Beine durchstrecken! Schon wenige Zentimeter machen einen Unterschied.  
Kentern und Aufrichten sollten geübt werden, dass im Ernstfall schnel und routiniert wieder auf das Boot geht.
 
B
BARBERHAULER
Einrichtung, um den Fockholepunkt insbesondere bei Raumschotskursen weiter nach außen zu verlagern und so die Effektivität der Fock zu steigern. Wird nur bei Booten ohne Gennaker eingesetzt.
 
BADESEGELN
Zum Badesegeln eignet sich ein TOPCAT hervorragend: wenn die Sonne strahlt, es alle zum See zieht, der Strand überfüllt ist, schnapst Du Dir Familie und Freunde und legst ab. Ein Catamaran liegt stabil auf dem Wasser und so könnt Ihr selbst bei wenig Wind Euren TOPCAT nützen. Mit der TOPCAT Einstiegshilfe könnt Ihr nach dem Sprung ins Wasser wieder bequem auf Euren TOPCAT steigen. Und mit dem TOPCAT (Roll)Gennaker habt ihr selbst bei wenig Wind ein wenig mehr Fahrt als alle anderen auf dem See! Getränke und Sonnenschutz nicht vergessen!
 
C
CUNNIGHAM
Auch Vorliekstrecker genannt. TOPCAT bietet drei Möglichkeiten der Cunningham an:

2-fach Vorliekstrecker: mit der Zweifachübersetzung ist es möglich ohne viel Aufwand mehr Spannung auf das Vorliek zu bekommen und dadurch den Twist in Top und Bauch zu regulieren. Der 2-fach Vorliekstrecker wird in der Regel bei Classic Segeln verwendet.

6-fach Vorliekstrecker: mit dieser 6-fach Übersetzung lassen sich Streamcut Segel trimmen. Ohne großen Kraftaufwand lässt sich so ausreichend Spannung auf das Vorliek und somit Twist in das Squaretop ziehen.

Cunningham Ambition: durch die Mehrfachübersetzung lässt sich das Segel sehr fein und optimal trimmen. Neben der Übersetzung ist der große Unterschied dieser Cunnigham, das sich diese aus dem Trapez bequem bedienen lässt. Ein blitzschnelles reagieren und regulieren des Segeltwist – gerade auf dem Regattakurs – ist damit möglich. Für geübte Segler und Pentex Segel geeignet
 
D
DURCHKENTERN
Beim Durchkentern ragt der Mast nach unten ins Wasser. Um den Cat – möglichst schnell – wieder aufzurichten, sollte die Crew auf dem Leerumpf soweit wie möglich nach achtern gehen um somit den Bug des Luvrumpfes aus dem Wasser zu bekommen. Sobald das Trampolin etwas aus dem Wasser kommt, hilft der Wind beim weiteren Aufstellen (weiter bei AUFRICHTEN). Durchkentern kann eine langwierige Angelegenheit sein, die durch schnelles Handeln im Fall einer Kenterung vermieden werden kann.
Aus Sicherheitsgründen können TOPCAT Catamarane durchkentern, auf einen extra Auftriebskörper am Masttop wird bewusst verzichtet: im Fall von Verletzung oder Erschöpfung nach einer Kenterung kann so auf dem Trampolin sitzend auf Hilfe gewartet werden. Liegt der Catamaran auf der Seite wirkt das aufgestellte Trampolin wie ein Segel und treibt den Cat schnell ab.
 
DIAMONDS
Diamonds sind die eigentliche Abstagung des Mastes. Mit den Diamonds wird dem Mast eine Vorbiegung gegeben und somit das Segel besser angeströmt. Zusätzlich stabilisieren die Diamonds den Mast damit dieser nicht zu weit nach Lee und achtern biegt.
 
E
EINHEITSKLASSE
Alle Boote in einer Einheitsklasse haben das gleiche Design und garantieren so einen fairen Wettbewerb – eine kostspielige Materialschlacht wie bei Konstruktionsklassen wird so vermieden. TOPCAT Regattaklassen sind Einheitsklassen.
 
G
GETEILTER MAST
Für alle TOPCAT Modelle gibt es zweigeteilte Masten. Diese besitzen einen Styroporkern und sind dadurch unsinkbar. Besonders nachgefragt ist dieser, wenn der Catamaran auf dem Autodach transportiert wird oder das Winterlager in der Garage ist.
 
I
ITCA
ITCA steht abgekürzt für International TOPCAT Class Association. Die internationale TOPCAT Klassenvereinigung vertritt die Interessen von TOPCAT-Seglern und organisiert Meisterschaften, außerdem werden die Klassenregeln gepflegt.   REGATTASPORT
 
K
KIELSCHUHE
Kielschuhe sind eine passgenaue Verstärkung aus GFK, die den Rumpf gegen übermäßigen Abrieb schützen. Besonders geeignet bei steinigem oder rauen Untergrund.
 
R
REACHER SEGELN
Zunächst gilt es, alle Bauteile gemäß der Anbauanleitung zu montieren. Der Erstaufbau nimmt etwas Zeit in Anspruch, sollte aber unbedingt in aller Ruhe und gewissenhaft erfolgen. Die Leinenlängen beim gelieferten Schotenset Reacher sind universell für alle TOPCAT Typen bemessen. Das bedeutet, dass Fall und Schot angepasst und gekürzt werden müssen um einen störungsfreien Betrieb zu gewährleisten.

Unbedingt vor jedem Segeln den Reacher (auch Spi oder Gennaker genannt) an Land anschlagen und zur Kontrolle einmal setzen, dies erspart äußert unangenehme Überraschungen auf dem Wasser.
Topcat Reacher segeln
Setzen:

Bevor der Spi gesetzt wird, muss unbedingt die Cunningham etwas aufgemacht werden – falls diese voll durchgesetzt ist – sonst droht Mastbruch. Den Spi am Fall zügig und ohne Unterbrechung aus der Tüte ziehen. Bei einem evtl. Stop oder erhöhtem Wiederstand nicht mit Gewalt arbeiten, da sonst Schäden entstehen können. Meist sind Fall oder Schot verkinkt oder man sitzt oder steht darauf. Oft wird das Fall zu hart durchgesetzt und damit das Vorliek des Spis überdehnt. Um dies zu vermeiden, sollte entweder eine Markierung am Fall (z.B. helles Nähgarn) oder ein Anschlag mit einer Kugel am Spibügel des Mastes vorhanden sein.
Der Kurs des Bootes hängt vom Wind ab.

Je weniger Wind, umso stärker kann man schon Raumschots fahren. Aber dabei füllt sich der Spi und man bekommt ihn nur noch schwer gänzlich hochgezogen.

Je mehr Wind, umso tiefer muss man gehen, jedoch nicht ganz platt auf Vorwind.

Ist der Spi komplett gesetzt, gilt es so schnell wie möglich die Schot unter Kontrolle zu bringen. Eventuell kann dies der Steuermann machen und dann die Schot an den Vorschoter übergeben.
Segeln:

Je besser Vorschoter und Steuermann aufeinander abgestimmt sind, umso reibungsloser und schneller kann gesegelt werden. Alle Manöver müssen in Fleisch und Blut übergehen und immer nach demselben Muster ohne Hektik und Chaos ablaufen. Nur so ist gewährleistet, dass nichts Entscheidendes vergessen oder falsch gemacht wird. Solange dies nicht sicher ist, macht es keinen Sinn an die Grenzen gehen zu wollen.

Vor dem Setzen des Spis wird der Vorliekstrecker aufgemacht und die Fock gefiert, oder falls eine Selbsthalsevorrichtung montiert ist, sich selbst überlassen. Damit kann sich der Vorschoter ganz dem Spi hingeben. Nach dem Setzen des Spis werden windabhängig der Großschotttraveller und auch die Großschot etwas gefiert und wieder geklemmt. Das Großsegel wird unbedingt zur Stützwirkung des Mastes benötigt. Bei einem Stecker immer den Spi fieren oder notfalls fliegen lassen, niemals die Großschot loswerfen, da dies den Mast kosten kann. Der Vorschoter fährt die Spischot aus der Hand und arbeitet unter voller Konzentration. 
Es gilt immer eine optimale Anströmung zu erreichen. Der Steuermann luvt nach dem Setzen zunächst etwas an, um sich die Anströmung und damit die Geschwindigkeit zu holen und fällt dann wieder etwas ab. Es gilt soviel Tiefe wie möglich zu machen, ohne dabei Geschwindigkeit zu verlieren, immer an der Windkante nach Lee. Im Grenzbereich oder bei viel Verkehr immer darauf achten, dass nach Lee hin genügend Raum zum Abfallen ist. Vorausschauend Segeln und nicht darauf vertrauen, dass man im letzten Augenblick noch was machen kann. Bei so hohen Geschwindigkeiten geht alles sehr schnell und mit Sicherheit schief. Die Vorfahrtsregeln gelten auch mit Spi und die Ausrede – was hätte ich da noch machen können- nützt nichts. Wenn der Spi nicht richtig steht, unruhig ist und die Geschwindigkeit nicht zufrieden stellt, dann mit dem Fall eine andere Vorliekspannung testen. Durch Fieren wird der Spi flacher. Zum Halsen die Geschwindigkeit im Boot so hoch wie möglich halten, da dies den Druck auf Segel und Rigg minimiert. Unbedingt darauf achten, dass die Spischot frei ist und so schnell wie möglich wieder Strömung anliegt, damit das Boot gar nicht erst zum Stillstand kommt und dann mühsam wieder beschleunigt werden muss.
Bergen:

Aus dem normalen Spi Kurs fiert der Vorschoter die Spischot etwas und übergibt sie dem Steuermann um ein unkontrolliertes schlagen von Spi und Schot zu vermeiden. Je mehr Wind, umso mehr fällt der Steuermann ab. Bei wenig Wind ist abfallen nicht notwendig, sondern sogar schädlich. Nun spannt der Vorschoter die Bergeleine leicht an, um sofort Zug und keinen Leerlauf zu haben. Gleichzeitig mit der Freigabe der Fallklemme wird zügig und ohne Zeitverzug oder Unterbrechung geborgen. Bei einem evtl. Stop oder erhöhtem Wiederstand nicht mit Gewalt arbeiten, da sonst Schäden entstehen können.
Meist sind Fall oder Schot verkinkt oder man sitzt oder steht darauf. Brandlöcher im Spi entstehen meistens, wenn beim Bergevorgang mit wenig Wind zu tief gesegelt wird. Solange noch nicht genügend Erfahrung vorhanden ist, hilft es, wenn beim Bergen die Bergeleine nicht auf der Leeseite des Spis ist. Also sicherheitshalber halsen. Sonst gerät der Spi zwischen Aluring und Bergeleine und es entstehen Brandlöcher. Wenn es trotzdem passiert ist, bei nächster Gelegenheit mit Spitape kleben. Dabei sollte der Flicken unbedingt so zugeschnitten werden, dass die Ecken gut verrundet sind, um eine bessere Haltbarkeit zu erreichen.
Achtung Einhandsegler:

Durch unkontrolliertes schlagen von Spi und Schot, kann es beim Bergen leicht vorkommen, dass die Schot unter die Rumpfspitzen gerät. Das muss unbedingt verhindert werden. Am besten ist es die Schot leicht zu fieren und dann mit einem Bein drauf zu steigen. Nach 2 bis 3 Zügen an der Bergeleine kann die Schot dann frei gegeben werden.
Kentern/Aufrichten:

Einsteiger ins Reacher Segeln machen sich meist große Sorgen was das Kentern bzw. Aufrichten betrifft, aber keine Angst. Der Reacher muss auf alle Fälle erst geborgen werden, bevor man versucht das Boot aufzurichten. Dafür muss zuerst die Fallklemme gelöst werden. Dann das Fall hinter dem Block der am Trampolin befestigt ist greifen und damit den Spi in den Snuffer ziehen. Wenn das geschafft ist, geht das Aufrichten wie üblich.

Viel Spaß beim Training!
RUDERANLAGE
Die Ruderanlage perfekt einstellen:

Als Ausgangspunkt sollten Aufhol- und Verriegelungsgummi gelöst sein. Die beiden Madenschrauben sollten so locker sein, das die Blätter einfach durchrutschen. Nun die obere Schraube mit einem Schraubenzieher so weit anziehen, dass das Ruderblatt gerade nicht mehr durchrutscht. Nun wieder mit einer 1/4-Drehung zurückdrehen. Den Vorgang mit der unteren Schraube wiederholen. Das Ruderblatt sollte auf diese Weise leicht zu verschieben sein. 
Bei ausgehängten Gummis muss das Ruderbaltt leicht in vertikaler Richtung zu verschieben, in der Führung aber möglichst spielfrei sein.

Zum segeln und steuern schwarzen Verriegelungsgummi spannen. Und nach jedem Segeltag entspannen, das erhöht die Lebensdauer.
 
T
TOPCAT
TOP kommt aus dem englischen für 'oben'. Der Name TOPCAT entstand aus der Idee den TOPCAT unkompliziert auf dem Autodach - dem car top also - zu transportieren. Den kleinen Catamaran überall mit in den Urlaub oder an den Badesee zu nehmen und binnen weniger Minuten ohne Werkzeug aufzubauen war die Erfolgsidee von TOPCAT.
Veränderte Kundenwünsche und neueste Erkenntnisse aus der Segelpraxis ließen den kleinen Cat wachsen. Im Grundgedanken unverändert bieten die TOPCAT Modelle heute ein breites Einsatzspektrum und Spaß für Einhandsegler und ganze Familien.
W
WINTERLAGER
Beim Einwintern sollten folgende Punkte beachten werden:

  • Den TOPCAT gründlich mit Süßwasser spülen und reinigen
  • Die Rümpfe müssen innen völlig trocken sein
  • Der Lagerplatz sollte völlig trocken sein
  • Segel und Zubehör sollten gereinigt, trocken und gut belüftet eingelagert werden